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FLÄCHENNUTZUNG

„Für die Lebensmittelgewinnung stehen nur das Grünland und der Acker zur Verfügung. Auf Grünland kann kein Ackerbau betrieben werden, aber durch die Haltung von Wiederkäuern können daraus wertvolle Lebensmittel entstehen.“ 

Flächennutzung in Österreich

In Österreich sind fast die Hälfte der Flächen von Wald bedeckt, während nur 33% der Gesamtfläche – 16% Grünland und 17% Ackerland – für die landwirtschaftliche Nutzung verfügbar sind. Diese Flächen sind essenziell, denn auf dem Grünland, wo kein Ackerbau möglich ist, werden vorrangig Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen gehalten. Diese Tiere wandeln Gräser in wertvolles Eiweiß um, das in unserer Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Unsere Bäuerinnen und Bauern arbeiten hart, um diese Flächen zu bewirtschaften und tragen erheblich zur Versorgungssicherheit bei – auch unter schwierigen Bedingungen im Berggebiet.

Hintergrundinformationen

Auf den Ackerflächen werden folgende Futterpflanzen angebaut:

Gerste
Wintergerste wird im September bis Anfang Oktober gesät und hat höheren Ertrag als Sommer- gerste, die im Frühjahr gesäät wird. Zudem stellt sie geringere Bodenansprüche und nutzt Winterfeuchte, um Nährstoffe über einen längeren Zeitraum aufzunehmen. Wintergerste findet überwiegend als Tierfutter Verwendung, sie zeichnet sich im Vergleich zur Sommergerste durch höhere Erträge und einen größeren Eiweißgehalt aus.

Hafer
Hafer findet hauptsächlich im Futtermittelbereich Verwendung. Es gibt aber in Österreich auch eine Qualitätshaferproduktion, die in der Lebensmittelindustrie beziehungsweise als spezielles Tierfutter in der Pferdehaltung verwendet wird.

Mais
Mais ist ein Sommergetreide, dessen Aussaat von Anfang April bis Anfang Mai erfolgt. Körnermais wird für das Korn geerntet, Silomais wird als Tierfutter und für Biogas verwendet, während Nassmais für industrielle Zwecke wie Zitronensäureherstellung, Stärkeproduktion und Bioethanol- erzeugung genutzt wird.

Luzerne
Luerne spielt eine zentrale Rolle in der Fruchtfolge und bringt viele mittel- bis langfristige Vorteile. Im Biolandbau, insbesondere in viehlosen Betrieben, sind Luzerne auf kalkreichen Böden sowie Rotklee und Kleegras auf sauren oder feuchten Standorten entscheidende Bestandteile der Fruchtfolge. Als hochwertige Futterpflanze wird Luzerne in verschiedenen Formen wie Grünpflanze, Heu, Silage, Pellets und Luzernegrünmehl in der Rinder-, Pferde-, Schweine- und Hühnerfütterung verwendet.

Soja
Seit den 1990er Jahren wird die Sojabohne in Österreich vermehrt angebaut. Mit der Besonderheit, dass hier der Anbau gänzlich gentechnikfrei erfolgt. Die Pflanze benötigt viel Wärme, aber leidet bei Trockenheit unter Ertragseinbußen. Besonders vor der Blühphase und während der Kornausbildung (Juli/August) hat sie einen erhöhten Wasserbedarf. Die Aussaat erfolgt zwischen Mitte April und Anfang Mai, im Bio-Anbau etwas später.

Wichtig beim Anbau ist die Fruchtfolge:

Fruchtfolge bedeutet, dass auf einem Feld nicht Jahr für Jahr dieselben Pflanzen angebaut werden. Stattdessen wechseln sich verschiedene Kulturen wie Getreide, Raps, Erdäpfel und sogar Gemüse wie Kraut und Karotten ab. Diese Methode verhindert nicht nur die Ansammlung von Schädlingen und Krankheiten, die bestimmte Pflanzen bevorzugen, sondern schützt auch die Bodenfruchtbarkeit vor einseitigem Nährstoffentzug. Diese Methode hilft nicht nur, den Boden reich an Nährstoffen zu halten, sondern unterstützt auch die natürliche Schädlingskontrolle und reduziert die Notwendigkeit von chemischen Düngemitteln.

Zu den Vorteilen zählen:
-Schädlinge reduzieren: Durch wechselnden Anbau verringern sich Schädlinge und Krankheiten.
-Bodenfruchtbarkeit erhöhen: Durch abwechselnde Nutzung der Bodennährstoffe und Humusaufbau.
-Biodiversität fördern: Vielfalt im Anbau schafft gesunde und nachhaltige Ökosysteme

  1. Landwirtschaftskammer Niederösterreich (LK NÖ)
  2. Bundeministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML)
  3. BIO-Austria

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