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Wie läuft eine Milchleistungskontrolle ab?

„Die Milchleistungskontrolle: Eine wichtige Arbeit, die meist im Hintergrund passiert – aber dafür sorgt, dass Qualität und Tiergesundheit Hand in Hand gehen.”

Im Zuge der Milchleistungskontrolle wird bei einer normalen Melkung die Milchmenge erfasst und eine kleine Probe von jeder Kuh gesammelt und anschließend im Labor analysiert.

Wie läuft eine Milchleistungskontrolle ab?

Alle 30–40 Tage nehmen Kontrollassistent:innen bei fast jeder Milchkuh eine Probe, dabei wird auch die Milchmenge aufgezeichnet.
Die Kontrolle findet abwechselnd am Morgen und Abend statt, dabei wird ein Milchmengenmessgerät zusätzlich bei jedem Melkzeug angeschlossen. So kann von jeder einzelnen Kuh die genaue Milchmenge erfasst werden. Von dieser gemessenen Milch wird dann eine kleine Probe gezogen und ins Labor eingeschickt. Nach wenigen Tagen bekommen die Landwirt:innen einen mehrseitigen Bericht, mit detaillierten Ergebnissen/Auswertungen der Proben. Dieser Bericht hilft den Landwirt:innen beim Betriebsmanagement.

Was wird untersucht?

  • Fett- und Eiweißgehalt
  • Zellzahl als Indikator für die Eutergesundheit & die Milchqualität
  • Harnstoff als Indikator für die optimal Fütterung

Die Ergebnisse aus den Milchproben helfen nicht nur bei der Qualitätskontrolle, sondern liefern wichtige Hinweise auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere. Milchkontrollassistent:innen erfassen diese Daten und helfen so mit, dass:

  • Krankheiten früh erkannt und behandelt werden können.
  • Kühe länger gesund bleiben und die Milchqualität hoch bleibt.
  • zusätzlich sind die Daten für die Weiterentwicklung in der Zucht wichtig.

Melkhygiene

Richtige Melkhygiene ist der Grundstein für qualitativ hochwertige Rohmilch, die in der Molkerei weiterverarbeitet wird.

Melken für Anfänger – diese 6 Schritte werden bei jedem Melkvorgang gemacht:

Beim Melken “per Hand” mit Verwendung der Melkmaschine gibt es 6 Schritte. Das Melken dauert pro Kuh ca. 5-10 Minuten. Das ist aber auch abhängig von der Milchmenge.

1. Vormelken: per Hand werden ein paar Spritzer Milch aus jeder Zitze gemolken, so können mögliche Veränderungen der Milch (Hinweis auf Euterentzündungen) festgestellt werden.

2. Reinigen: Mit einem sauberen Tuch wird jede Zitze sorgfältig gereinigt.

3. Anrüsten: Das Melkzeug wird an den Zitzen nacheinander angesetzt. Jeder Zitzenbecher muss gut sitzen, damit das Melkzeug nicht hinunterfällt.

4. Melken: das Melken dauert nun etwa 5-10 Minuten, das ist von Kuh zu Kuh unterschiedlich. Während dieser Zeit warten die Kühe geduldig, oft kauen sie entspannt wieder.

5. Abnehmen: Wenn keine Milch mehr fließt und das Euter leer ist, wird das Melkzeug abgenommen. Würde das Euter nicht vollständig entleert werden, könnte das zu Entzündungen führen.

6. Dippen: Um den Strichkanal der Zitze vor dem Eindringen von Keimen zu schützen, werden alle 4 Zitzen in ein pflegendes und desinfizierendes Mittel gedippt.

Milchkühe müssen täglich zweimal um dieselbe Uhrzeit gemolken werden, sie geben also den Tagesrhythmus für die Landwirt:innen vor.

Der Melkroboter

Euter sind wie Fingerabdrücke – jedes ist individuell. So muss auch der Melkroboter für jede Kuh erstmal eingestellt werden. Danach erkennt die Maschine jede Kuh anhand ihres Chip-Halsbandes, denn die Milchkühe können jederzeit frei zum Roboter gehen.

So einfach geht das Melken im Melkroboter:

Zuerst werden die Zitzen mittels Bürsten gereinigt. Dann hilft ein Laserstrahl dabei, das Melkzeug in die richtige Position zu bringen. Das Melken selbst dauert dann pro Kuh ca. 5-10 Minuten. Wenn der Milchfluss zu gering wird, beendet der Roboter den Melkvorgang. Das Melkzeug und die Bürsten werden nach jeder Kuh automatisch gespült und desinfiziert, um Krankheitsübertragungen zu in der Herde zu vermeiden .

Die Leistungsprüfung ist eine systemische Erfassung von tierischen Leistungen. Diese tierischen Leistungen sind beispielsweise Milchmenge und Inhaltsstoffe.

Die Leistungen werden anhand von Stichproben erhoben. Diese Stichproben finden bei Milchkühen in regelmäßigen Abständen statt ca. 9-mal im Jahr. Anhand dieser Stichprobenleistung wird deren Gesamtleistung hochgerechnet. Im Jahr 2024 sind 80,7 % der österreichischen Milchkühe unter Leistungskontrolle gestanden. Sie sind die Basis für die Zuchtarbeit. Im Vergleich dazu sind 2000 nur knapp 62 % der Milchkühe unter Leistungsprüfung gestanden.

Bei der Milchleistungskontrolle kommt ein unabhängiges Kontrollorgan auf den Betrieb und misst von jeder Kuh die Milchmenge, davon wird anschließend eine kleine Menge ins Labor eingeschickt, wo Inhaltsstoffe, Zellzahl, … analysiert werden. Diese Ergebnisse bekommen die Landwirt:innen zur Verfügung gestellt und sind weiters essentiell für die Zuchtwertschätzung.

Die Ergebnisse der Leistungsprüfung geben wichtige Informationen für das Herdenmanagement!

Der große Milchvergleich

Milch ist ein wertvoller Bestandteil unserer Ernährung. Produkte aus Kuh-, Schaf- und Ziegenmilch bringen unterschiedliche Vorteile mit sich. Wer bewusst auswählt, kann seine Ernährung bereichern – und dabei auch neue Geschmackswelten entdecken.“ 

Milch im Fokus – von Rindern und Preisen

„Die Milchproduktion ist ein zentraler Bestandteil der österreichischen Nutztierhaltung. Sie liefert ein wichtiges Grundnahrungsmittel und spielt eine bedeutende Rolle in der globalen Ernährung und Wirtschaft.“

  1. Rinderzucht Austria
  2. LKV Austria

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