
Label-Check: Transparenz auf dem Etikett
„Etiketten unter der Lupe: Was uns Labels und Kennzeichen über Lebensmittel aussagen können.”
Label-Check: Was steckt hinter dem Schinken-Etikett?
Beim Einkauf von Schinken nutzen viele Konsument:innen das Etikett, um Hinweise auf Herkunft, Qualitätssysteme und Verarbeitung zu erhalten. Wichtig ist dabei: Nicht jedes Kennzeichen sagt dasselbe aus. Das Identitätskennzeichen zeigt beispielsweise den zugelassenen Betrieb, in dem das Produkt zuletzt behandelt oder verpackt wurde. Es ist kein vollständiger Herkunftsnachweis für die Rohstoffe.⁴
Ein Beispiel für Schinken aus Österreich ist Honigkrustenschinken. Auf dem Etikett finden sich unter anderem folgende Informationen:
1. Identitätskennzeichen:
Das Identitätskennzeichen zeigt den zugelassenen Betrieb, in dem das Produkt zuletzt behandelt oder verpackt wurde.⁴
- Das Kürzel AT zeigt, dass der angeführte Betrieb in Österreich zugelassen ist.⁴
- Die Betriebsnummer identifiziert diesen Betrieb eindeutig.⁴
- Das Kennzeichen zeigt, dass der Betrieb nach den geltenden EU-Hygienevorgaben zugelassen und kontrolliert ist.⁴
2. Anschrift des Herstellers oder verantwortlichen Lebensmittelunternehmens:
Diese Angabe erleichtert Rückfragen und zeigt, welches Unternehmen für das Produkt verantwortlich ist. Sie ersetzt jedoch keinen vollständigen Herkunftsnachweis der Rohstoffe.⁴
3. AMA-Gütesiegel:
Das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel steht bei Fleisch und Fleischerzeugnissen für definierte Herkunfts-, Qualitäts- und Kontrollkriterien. Laut AMA stammen Fleisch und Fleischerzeugnisse mit diesem Zeichen von Tieren, die in Österreich geboren, aufgezogen und geschlachtet wurden; Zerlegung und Verarbeitung erfolgen ebenfalls in Österreich.⁶
4. Freiwillige Herkunftsangaben:
Angaben wie „Fleisch aus Österreich“ können zusätzliche Hinweise auf die Herkunft geben. Entscheidend ist, welche Produktionsschritte konkret angegeben sind.⁶
Der Prosciutto Di San Daniele, ein weltberühmter Schinken aus Italien, ist ein weiteres Beispiel. Auch dieser Schinken trägt mehrere bedeutende Labels:
1. Identitätskennzeichnung: Gibt an, in welchem Betrieb das Produkt zuletzt verarbeitet, also verpackt wurde!
- Länderkürzel: Das Länderkürzel IT zeigt, dass der angeführte Betrieb in Italien zugelassen ist.
- Betriebsnummer: Auch hier sorgt die Betriebsnummer für Transparenz und Rückverfolgbarkeit.
- Europäische Herkunft: Der Schinken stammt aus der EU, und die Herkunft wird durch das Etikett nochmals betont.
2. Anschrift des Herstellers: Die Angabe des Herstellers ist wichtig, um die Herkunft des Produkts nachvollziehen zu können.
3. „Denominazione di Origine Protetta“ (DOP): Das DOP-Label ist eines der wichtigsten für den Prosciutto Di San Daniele. Es handelt sich dabei um eine geschützte Ursprungsbezeichnung, die garantiert, dass der Schinken in der Region San Daniele del Friuli in Italien nach traditionellen Methoden hergestellt wird. Dieser Schinken durchläuft strenge Kontrollen, um sicherzustellen, dass alle Produktionsstufen den hohen Standards entsprechen. Durch diese „geschützte Ursprungsbezeichnung“ (g. U.) wird verbürgt, dass alle Teile des Erzeugungs-, Verarbeitungs- und Zubereitungsprozesses in der betreffenden Region, dem italienischen Gebiet San Daniele del Friuli, erfolgen.
Wichtig!
Bei Fleisch und Fleischerzeugnissen mit rot-weiß-rotem AMA-Gütesiegel gelten definierte Herkunfts-, Qualitäts- und Kontrollkriterien. Der genaue Geltungsbereich hängt von der jeweiligen Produktgruppe, Siegelvariante und Richtlinie ab.⁶
Das Identitätskennzeichen allein zeigt hingegen nicht automatisch, woher die verwendeten Rohstoffe stammen.⁴
Label-Check: Was steckt hinter dem Schaf- und Ziegenkäse-Etikett?
Feta ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.). Bei einer geschützten Ursprungsbezeichnung müssen alle Produktionsschritte im abgegrenzten geografischen Gebiet erfolgen. Bei Feta ist die Bezeichnung für entsprechenden Käse aus Griechenland geschützt.⁴
Österreichische Feta-Alternativen
Österreichische Alternativen werden beispielsweise als „Käse in Salzlake“ oder „Käse nach Feta-Art“ angeboten.³
Eine österreichische Herkunft erkennt man nicht allein am AT-Code, sondern an klaren Herkunftsangaben, Gütesiegeln oder Angaben wie „Milch aus Österreich“. Dabei sollte darauf geachtet werden, auf welche Zutat oder welchen Produktionsschritt sich die jeweilige Angabe bezieht.³˒⁴
Ein Beispiel für Schafkäse aus Österreich ist der Schafweichkäse. Hier finden sich zahlreiche Informationen auf dem Etikett:
1. Identitätskennzeichnung: Gibt an, in welchem Betrieb das Produkt zuletzt verarbeitet, also verpackt wurde!
- Länderkürzel: Der Käse trägt das Kürzel AT für Österreich.
- Betriebsnummer: Eine wichtige Zahl, die den Betrieb, der den Käse hergestellt hat, eindeutig identifiziert.
- Europäische Herkunft: Dieses Label weist auf europäische Herkunft hin und entspricht somit den europäischen Standards.
2. Anschrift des Herstellers: Ein weiteres wichtiges Detail für die Rückverfolgbarkeit. So kann der Verbraucher genau nachvollziehen, von welchem Unternehmen der Schafweichkäse stammt.
4. Freiwillige Angabe: Der Schafweichkäse trägt oft die freiwillige Angabe „Österreichische Landwirtschaft“, die dem Verbraucher zusätzlich versichert, dass das Produkt aus heimischer Produktion stammt.
Der griechische Feta, ein weltberühmter Käse aus Griechenland, ist ein weiteres Beispiel. Auch dieser Käse trägt mehrere bedeutende Labels:
1. Identitätskennzeichnung: Gibt an, in welchem Betrieb das Produkt zuletzt verarbeitet, also verpackt wurde!
- Länderkürzel: Der GR-Code zeigt die Herkunft aus Griechenland an.
- Betriebsnummer: Auch hier sorgt die Betriebsnummer für Transparenz und Rückverfolgbarkeit.
- Europäische Herkunft: Der Feta-Käse stammt aus der EU, und die Herkunft wird durch das Etikett nochmals betont.
2. Anschrift des Herstellers: Die Angabe des Herstellers ist wichtig, um die Herkunft des Produkts nachvollziehen zu können.
3. Siegel – Geschützte Ursprungsbezeichnnung: Durch diese „geschützte Ursprungsbezeichnung“ (g. U.) wird verbürgt, dass alle Teile des Erzeugungs-, Verarbeitungs- und Zubereitungsprozesses in der betreffenden Region, in diesem Fall in Griechenland, erfolgen.
Es gibt aber auch österreichische Fetaalternativen!
..wie etwa „Käse in Salzlacke“ oder „Käse nach Feta-Art“. Eine österreichische Herkunft dieser Produkte, erkennst du durch folgende Angaben auf der Verpackung:
1. Identitätskennzeichnung: Das Etikett gibt an, um welches Produkt es sich handelt – in diesem Fall um Käse.
- Länderkürzel: Der AT-Code zeigt die Herkunft aus Österreich an.
- Betriebsnummer: Auch hier sorgt die Betriebsnummer für Transparenz und Rückverfolgbarkeit.
- Europäische Herkunft: Der Käse stammt aus der EU, und die Herkunft wird durch das Etikett nochmals betont.
2. Anschrift des Herstellers: Die Angabe des Herstellers ist wichtig, um die Herkunft des Produkts nachvollziehen zu können.
3. Freiwillige Angaben zur Herkunft, um Qualität hervorzuheben.
4. Österreichische Gütesiegel
Heimische Feta-Alternativen kannst du direkt im Supermarkt oder bei regionalen direktvermarktenden Betrieben erwerben.
Label-Check: Frischkäse und Milchprodukte aus Österreich
Auch bei Frischkäse kann das Etikett wichtige Hinweise geben:
1. Identitätskennzeichen:
Das Identitätskennzeichen zeigt den zugelassenen Betrieb, in dem der Frischkäse zuletzt behandelt oder verpackt wurde. Es ist **kein vollständiger Herkunftsnachweis der Milch.**⁴˒⁵
- Das Kürzel AT zeigt, dass der angeführte Betrieb in Österreich zugelassen ist.⁴
- Die Betriebsnummer identifiziert den Betrieb.⁴
2. Anschrift des Herstellers oder verantwortlichen Lebensmittelunternehmens:
Diese Angabe zeigt, welches Unternehmen für das Produkt verantwortlich ist.⁴˒⁵
3. AMA-Gütesiegel:
Das AMA-Gütesiegel bei Milch und Milchprodukten steht für definierte Herkunfts-, Qualitäts- und Kontrollkriterien. Welche Kriterien genau gelten, hängt von der jeweiligen AMA-Richtlinie ab.⁵˒⁶
Regionalitäts-Check
Bei verarbeiteten Milchprodukten lohnt sich ein genauer Blick auf die Herkunftsangaben. Wenn Ergebnisse eines Regionalitäts-Checks genannt werden, sollten Quelle, Jahr, Methode und Stichprobe nachvollziehbar angegeben werden.
Was solltest du beim Einkauf beachten?
- AT-Code ≠ automatisch österreichische Rohstoffherkunft: Das Identitätskennzeichen bezeichnet den zugelassenen Betrieb.⁴
- Herkunftsangaben genau lesen: Achte darauf, ob sich eine Angabe auf das Tier, den Rohstoff oder die Verarbeitung bezieht.³˒⁴
- Gütesiegel prüfen: Entscheidend ist, welche konkreten Herkunfts-, Qualitäts- und Kontrollkriterien hinter einem Siegel stehen.⁶
- Bei geschützten Herkunftsbezeichnungen auf das Zeichen achten: Bei einer g.U. sind die Produktionsschritte an das festgelegte geografische Gebiet gebunden.⁴
Das Identitätskennzeichen gibt Auskunft darüber, welcher zugelassene Betrieb das Fleisch zuletzt behandelt oder verpackt hat. Es ist nicht automatisch ein vollständiger Nachweis für die Herkunft des Tieres oder der verwendeten Rohstoffe.⁴
Eine vollständige österreichische Herkunft sollte über klare Herkunftsangaben oder anerkannte Kontroll- und Gütezeichen nachvollziehbar belegt sein. Beim AMA-Gütesiegel sind die jeweiligen Herkunftskriterien von der Produktgruppe und der entsprechenden Richtlinie abhängig.²˒⁶
Herkunftskennzeichnung von tierischen Produkten
„Ein Schritt in Richtung Transparenz am Teller wurde in der Gemeinschaftsverpflegung getan. Zusätzlich kann die Nachfrage von österreichischem Fleisch (Rind, Schwein, Geflügel) gedeckt werden.”
¹ Schweinehaltung Österreich
² Rinderzucht Austria
³ ÖBSZ
⁴ Europäische Kommission: Geografische Angaben für Lebensmittel und Getränke
⁵ Milchindustrie-Verband e. V. (MIV)
⁶ AMA: Lebensmittelwissen Käse / AMA-Gütesiegel und Herkunftskriterien

























