
Haltungsformen Pferde
„In der Pferdehaltung gibt es verschiedene Haltungsformen, die in Österreich durch gesetzliche Mindestanforderungen geregelt sind.“
Die Haltung von Pferden in Österreich ist durch die 1. Tierhaltungsverordnung geregelt. Sie legt Mindestanforderungen für die Haltung von Pferden und Pferdeartigen fest, etwa zu Stall, Bewegung, Fütterung, Liegeflächen, Sozialkontakt, Wasser und Witterungsschutz. Es gibt verschiedene Haltungssysteme – von Einzelboxen bis zu Gruppenhaltungs- und Offenstallkonzepten wie Aktivstall oder Paddock-Trail.¹˒²
Gesetzliche Bestimmungen zur Pferdehaltung
Eine wichtige Regelung ist das Verbot der dauernden Anbindehaltung. Pferde dürfen nicht dauerhaft angebunden werden; sie müssen regelmäßig Bewegungsmöglichkeiten erhalten.¹
Die Verordnung enthält außerdem Anforderungen an trockene, eingestreute Liegeflächen. Bei Einzelboxen müssen die Trennwände Sichtkontakt zu anderen Pferden ermöglichen. Sichtkontakt ersetzt jedoch nicht automatisch direkten Sozialkontakt; dieser hängt vom jeweiligen Haltungssystem ab.¹˒²
Für die Mindestmaße von Boxen und die Gruppenhaltung gelten Anforderungen, die sich unter anderem nach der Größe der Tiere richten. Pferde müssen regelmäßig Bewegung erhalten, etwa durch Auslauf, Weidegang oder Training. Außerdem müssen sie Raufutter ad libitum oder mindestens mehrmals täglich erhalten.¹
Bei ganzjähriger Haltung im Freien müssen geeignete Liegeflächen und Witterungsschutz vorhanden sein.¹ Unzulässige Maßnahmen zur Leistungsbeeinflussung oder tierschutzwidrige Einwirkungen sind verboten. Notwendige tierärztliche Behandlungen bleiben davon unberührt.¹
Regelmäßige Hufpflege ist ein wichtiger Bestandteil der Pferdebetreuung.²
Haltungssysteme von Pferden
Pferdehaltungssysteme unterscheiden sich darin, wie sie Bewegung, Sozialkontakt, Fütterung, Ruheverhalten und Management ermöglichen.²
Einzelhaltungssysteme
Einzelhaltungssysteme umfassen zum Beispiel:
- Innenbox ohne Außenkontakt
- Außenbox mit Fenster oder Halbtür
- Außenbox mit direkt angrenzendem Auslauf
- Mehrraum-Laufstall für ein Einzeltier²
Eine Außenbox mit Auslauf bietet gegenüber einer reinen Innenbox mehr Bewegungs- und Außenreize, sofern Größe, Beschaffenheit und Management des Auslaufs geeignet sind.²
Gruppenhaltungssysteme
Zur Gruppenhaltung zählen beispielsweise:
- Mehrraum-Gruppenlaufställe
- Bewegungsställe
- Offenställe
- Dauerweiden mit Unterstand
- Paddock-Trail-Systeme²
In Gruppenhaltungssystemen können Pferde Sozialkontakt innerhalb der Gruppe haben. Damit diese Haltungsform gut funktioniert, sind ausreichend Platz, Fress- und Liegebereiche, Ausweichmöglichkeiten, eine passende Gruppenzusammenstellung und fachkundiges Management wichtig.²
Der Trend zu Offen- und Aktivställen
Offenstallhaltung ist eine Haltungsform, bei der Pferde Zugang zu einem Unterstand und einem Außenbereich haben. Je nach Anlage, Flächenangebot und Management können sie sich freier bewegen als in reiner Boxenhaltung.²
Ein Aktivstall bezeichnet ein Haltungskonzept mit räumlich getrennten Funktionsbereichen, etwa Futterstellen, Tränken, Liegeflächen und Auslaufbereichen. Die Trennung dieser Bereiche kann zusätzliche Bewegungsanreize schaffen.²
Verwandte Konzepte sind Aktivstall und Paddock-Trail. Beide arbeiten mit Bewegungsanreizen und unterschiedlichen Funktionsbereichen, sind jedoch nicht vollständig gleichzusetzen.²
Mehr Bewegungsanreize können das Bewegungsverhalten unterstützen. Die konkrete Wirkung hängt jedoch unter anderem von Fläche, Management, Gruppenzusammensetzung und Fütterung ab.²
¹ 1. Tierhaltungsverordnung, Anlage 1 – Mindestanforderungen für die Haltung von Pferden und Pferdeartigen.
² Pferd Austria / Tierschutz macht Schule – Informationen zur pferdegerechten Haltung und zu verschiedenen Haltungssystemen.









