
Innovative Schweinehaltung
„Weiterentwicklung durch Forschung und Innovationen – Schweinehaltung entwickelt sich weiter: Neue Projekte gestalten die Zukunft der Haltung, Zucht und Produktion.„
Innovative Projekte in der Schweinehaltung
Pro-SAU – neue Abferkelsysteme für mehr Bewegung
Das Forschungsprojekt Pro-SAU hat neuartige Abferkelsysteme untersucht, bei denen Sauen Bewegungsfreiheit haben und nur zeitweise im Kastenstand fixiert werden.
Ziel war es, diese Systeme hinsichtlich Tierwohl, Gesundheit, Verhalten, biologischer Leistung und wirtschaftlicher Aspekte zu evaluieren und praktikable Lösungen für die Praxis aufzuzeigen.
IBeSt – Innovationen für bestehende Ställe zum Wohl von Tier und Mensch
Im Projekt IBeSt wurden bestehende Aufzucht- und Mastschweine-Ställe so weiterentwickelt, dass das Tierwohl verbessert werden soll — ohne komplette Neubauten. Untersucht wurden Maßnahmen wie mehr Platz pro Tier, bessere Buchtstruktur, Temperaturzonen, Beschäftigungsmaterial und deren Wirkung auf Tiere, Menschen und Umwelt.
IBeSt+ Mastschwein – Tierwohl in der Mast weiterdenken
Dieses Folgeprojekt baut auf IBeSt auf und vergleicht konventionelle Mastställe mit Haltungssystemen, die erhöhte Tierwohlstandards bieten (z. B. mehr Platz, Einstreu, Auslauf). Untersucht wird, welche Haltungsfaktoren Wohlbefinden, Verhalten und wirtschaftliche Aspekte bei Mastschweinen beeinflussen.
Ackerschweine – naturnahe Haltung & Grundwasserschutz
„Ackerschweine“ erforscht ein Haltungssystem, bei dem Schweine auf unbefestigten Ackerflächen mit überdachten Bereichen gehalten werden.
Im Fokus stehen Tierwohl, wasserrechtliche Anforderungen und Biosicherheit: Ziel ist ein innovatives System, das Grundwasserschutz, nachhaltige Nährstoffkreisläufe und eine integrierte Kreislaufwirtschaft verbindet.
Zusammenarbeit Schwein
Dieses 2025 gestartete Projekt unterstützt österreichische Schweinebetriebe mit einem bundesweiten Beratungs- und Entwicklungsangebot.
Über vier Jahre begleiten speziell geschulte Berater:innen die Betriebe bei der Weiterentwicklung ihrer Produktion und helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Umbauen statt Zusperren
„Zum Wohl von Tier und Mensch" – unter diesem Motto steht das Forschungsprojekt IBeSt („Innovationen für bestehende Aufzucht- und Mastställe für Schweine in Österreich"). Das Ziel: bestehende konventionelle Schweineställe in Österreich praxisnah weiterzuentwickeln.
Konkret werden bestehende Aufzucht- und Mastställe nicht neu gebaut, sondern mit individuellen Maßnahmenpaketen umgebaut. Zu den zentralen Maßnahmen zählen größere Gruppen mit mehr Platz pro Tier, eine klare Trennung der Funktionsbereiche für Fressen, Ruhen und Ausscheiden, das Angebot geeigneter Beschäftigungsmaterialien sowie die Schaffung unterschiedlicher Temperaturzonen, etwa durch Stallkühlung.
Das Projekt ist als Multifarm-Studie angelegt. Das bedeutet, dass die umgebauten Buchten an mehreren Standorten mit den bisherigen Stallbereichen verglichen werden. Untersucht werden dabei Tierwohl, Umweltwirkungen, ökonomische Auswirkungen, Arbeitswirtschaft sowie das Menschenwohl. So entsteht ein umfassendes Bild darüber, wie sich die Veränderungen auf Tier, Betrieb und Umfeld auswirken.
Eine Besonderheit von IBeSt ist, dass nicht nur das Tier im Mittelpunkt steht, sondern auch der Mensch am Betrieb.
IBeSt zeigt damit, dass Weiterentwicklungen im Bereich Tierwohl auch in bestehenden Stallstrukturen möglich sind – wissenschaftlich begleitet, betriebswirtschaftlich mitgedacht und im engen Austausch mit den Menschen, die täglich mit den Tieren arbeiten.
Einige zentrale Erkenntnisse:
- Die Berücksichtigung des „Faktors Mensch" wird aufgrund des positiven Feedbacks von Projektteilnehmer:innen auch für weitere Forschungsprojekte empfohlen. Um einen Weg der Veränderung erfolgreich beschreiten zu können, ist es von zentraler Bedeutung, die Landwirt:innen als Menschen entsprechend zu begleiten und ihre Stimme zu hören.
- Die Adaption der Haltungssysteme und deren Management sind mit Kosten verbunden: Die Mehrkosten und die Änderung des Einkommensbeitrags variieren beträchtlich zwischen den Betrieben. Die Minderbelegung in den Buchten auf Grund des höheren Platzerfordernisses spielt hierbei eine zentrale Rolle.
- Die Untersuchungen im österreichweit einzigartigen Forschungsstall für Mastschweine in Raumberg-Gumpenstein bildeten eine wesentliche Ergänzung zu jenen in den Praxisbetrieben.

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- Schweinehaltung Österreich
- IBest-Projekt Abschlussbericht















