
Bauern am Limit: Wenn Druck krank macht
„Wie wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Druck krank macht – Studienergebnisse belegen: Landwirt:innen sind am Limit.“
Viele Landwirt:innen stehen unter dauerhaftem Druck: wirtschaftliche Unsicherheit, hohe Verantwortung, steigende Anforderungen und wenig Raum für Pausen. Diese konstante Belastung wirkt sich auch auf die psychische Gesundheit aus und führen dazu, dass Depressionen und Angsstörungen bei Landwirt:innen häufiger auftreten, als in der Allgemeinbevölkerung.
Hinter unseren Lebensmitteln stehen Menschen, die Unterstützung und Wertschätzung brauchen!
Zwischen den ökonomischen Anforderungen liberalisierender Märkte und den gesellschaftlichen Ansprüchen an Umwelt-, Klimaschutz und Tierwohl sehen sich viele konventionelle Landwirt:innen zerrieben. Sie fühlen sich als Sündenböcke der Gesellschaft und Opfer einer Agrarpolitik, die Modernisierung und Weltmarktorientierung fördert, die sozialen Folgen dabei aber nur unzureichend im Blick hat. Die bäuerlichen Familienbetriebe, die in Österreich immer noch vorherrschen, sind jedoch nicht nur maßgeblich für die Produktion von Lebensmitteln verantwortlich.
Landwirtinnen und Landwirte prägen den ländlichen Raum auf vielfältigste Weise. Von Landschaftspflege und Erhaltung der Biodiversität bis zur Aufrechterhaltung einer guten Infrastruktur, was letztendlich auch der städtischen Bevölkerung Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten bietet – unsere österreichische Landwirtschaft ist multifunktional
Der Fortbestand der bäuerlichen Lebensweise und Kultur ist daher essenziell, um eine gute Lebensqualität am Land aufrecht zu erhalten und der Verödung und Entvölkerung peripherer ländlicher Regionen entgegenzuwirken.
Schweinehaltung ist eine Rund-um-die-Uhr-Arbeit. Tägliche Kontrolle, Verantwortung und Präsenz gehören dazu – ohne Pause, ohne Wochenenden. Freizeit ist zwar möglich, aber nur, wenn sie sich an den Alltag am Hof anpasst. Diese Realität bleibt oft unsichtbar, dabei ist sie die Grundlage unserer Lebensmittel.
In einer aktuellen Studie wurden Landwirt*innen interviewt, die über ihre Erfahrungen, Sorgen und Überlegungen rund um Stallumbauten und mehr Tierwohl berichtet haben. Dabei zeigte sich deutlich: Viele wären bereit, mehr für das Tierwohl zu tun, stoßen aber auf große wirtschaftliche Unsicherheiten, hohe Investitionskosten und fehlende langfristige Perspektiven. Wenn zusätzliche Arbeit und Investitionen nicht fair bezahlt werden, geraten Familienbetriebe schnell unter Druck.
Dieses ständige Funktionieren-Müssen und das Denken, immer weitermachen zu müssen, ist jedoch nicht immer gesund. Es führt häufig zu enormem Stress – und leider auch dazu, dass viele Landwirt*innen Depressionen, Angststörungen oder Erschöpfung erleben. Studien zeigen, dass die mentale Gesundheit in der Landwirtschaft oft schlechter ist als in anderen Berufsgruppen.
Was wir sehen sollten: Hinter jedem Betrieb stehen Menschen, auf deren Schultern eine große Verantwortung lastet..
📞 Du kennst jemanden oder brauchst selbst wen zum Reden?
Das bäuerliche Sorgentelefon von @lebensqualitaet_bauernhof ist anonym und unter 0810 / 676 810
Montag bis Freitag, 8:30–12:30 Uhr erreichbar.

- Schweinehaltung Österreich
- https://boku.ac.at/fileadmin/data/H03000/H73000/H73300/pub/DA_Diss/2024_MA_Schmidtberger.pdf
- https://nutztier.at/wenn-die-psyche-auf-dem-feld-bleibt/

















