
Betriebsgrößen im Ländervergleich Schafe und Ziegen
„In Österreichs Schaf- und Ziegenhaltung geht’s um Qualität und Mensch-Tier-Beziehung anstatt um Masse.“
Viele Schafe und Ziegen verbringen den Sommer auf der Alm – dort pflegen sie Weiden und Wiesen, die sonst verbuschen würden. Dies ist ein wertvoller Beitrag für den Erhalt der österreichischen Kulturlandschaft. So befindet sich jedes 4. Schaf und jede 7. Ziege auf einer Alm.
Schafhaltung in Österreich
In Österreich werden rund 390.900 Schafe auf etwa 16.140 Betrieben gehalten. Neun von zehn Betrieben haben weniger als 50 Tiere – oft im Nebenerwerb und mit viel persönlicher Betreuung. Fast die Hälfte aller Schafbetriebe halten auf ihren Betrieben zwischen 1 und 9 Tieren – im österreichischen Durchschnitt beheimatet ein Betrieb rund 24 Schafe.
Schafe sind gute Futterverwerter und liefern wertvolle Produkte wie Milch, Fleisch und Wolle.
Ziegenhaltung in Österreich
Rund 95.800 Ziegen leben in Österreich auf insgesamt 10.100 Betrieben, davon 2.600 Familienbetrieben. Nur 3% der Betriebe haben mehr als 50 Ziegen. Ziegen liefern schmackhaftes Fleisch und reichhaltige Milch. 97% der ziegenhaltenden Betriebe haben weniger als 50 Tiere – dies entspricht einem Durchschnitt von 10 Ziegen pro Betrieb. Der Großteil der Betriebe (80%) führt einen Betrieb mit 1-9 Tieren, unter großer Berücksichtigung der arteigenen Bedürfnisse und einer guten Mensch-Tier-Beziehung.
Von „Massentierhaltung“ kann hier somit keine Rede sein – stattdessen sichern kleine Familienbetriebe Artenvielfalt, Landschaft und regionale Lebensmittelproduktion.
SCHAFE & ZIEGEN IN IHREM WESEN
Schafe sind faszinierende Tiere, die durch verschiedene Merkmale und Verhaltens-weisen charakterisiert werden.
- Schafe pflegen enge Kontakte zu anderen Herdenmitgliedern
- Schafe sind empfindlich für Zugluft, Feuchtigkeit und zu hohe Temperaturen
- Schafe erkennen Emotionen ihres Gegenübers
- Schafe können bis zu 50 verschiedene Schaf- und bis zu 10 Menschengesichter unterscheiden
Auch Ziegen sind vielseitige und beeindruckende Tiere.
- Ziegen deuten und erkennen anhand der Stimme anderer Ziegen ihre Emotionen und wissen so ob es einer anderen Ziege gut geht oder nicht
- Ziegen verfügen über ein gutes Gedächtnis – Einmal Erlerntes vergessen sie nicht mehr so schnell
- Ziegen klettern gerne und fressen nicht nur Gras auf der Weide sondern auch gerne Sträucher
Zahlen und Fakten
In Österreich gibt es bei den Schafen 8 und bei den Ziegen 7, die besonders schützenswert sind.
Die Produktion liefert sowohl Fleisch als auch Milch: Jährlich werden 6 900 t Schaffleisch und 736 t Ziegenfleisch erzeugt, während die Milchproduktion bei 11 333 t Schafmilch und 26 641 t Ziegenmilch liegt.
Pro Kopf werden in Österreich etwa 0,7 kg Schaf- und Ziegenfleisch konsumiert. Der Selbstversorgungsgrad bei Schaf- und Ziegenprodukten beträgt rund 83%, was zeigt, dass ein Großteil der Nachfrage durch heimische Produktion gedeckt wird.
Schafe und Ziegen tragen damit nicht nur zur Ernährung bei, sondern auch zum Erhalt gefährdeter Rassen und zur Pflege der Kulturlandschaft.
Almhaltung von Schafen und Ziegen
„Die Erhaltung der Almen ist wichtig für die Biodiversität. Ohne Nutztiere würden diese Flächen mit Gebüsch zuwachsen und dadurch gäbe es dort weniger Pflanzen und Kräuter.”
- ÖBSZ Jahresbericht 2024
- Statistik Austria, 2024
- Grüner Bericht, 2025
- BMLUK, 2025
- Kendrick et al. 2008
- Daly N., “Goats can perceive each other’s emotions from their voices”
- National Library of Medicine, “Goats excel at learning and remembering a highly novel cognitive task”







