
Nachhaltige Proteinversorgung in Österreich: Ein Vorbild für Europa
„Österreichs Nutztierhaltung hat deutlich niedrigere CO2-Emissionen als der EU-Schnitt. Damit zeigt Österreich, wie man Klimaschutz und Qualität verbinden kann und nimmt somit eine Vorreiterstellung im EU-Vergleich ein.”
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Österreichische Milch verursacht nur 1,0 kg CO₂-Äquivalente pro Kilogramm – der niedrigste Wert in der EU
- Rindfleischproduktion mit 14,2 kg CO₂/kg – etwa halb so viel wie der EU-Durchschnitt (22,2 kg)
- Zweinutzungsrasse Fleckvieh dominiert mit 75% die Rinderhaltung (Statistik Austria vom Stand Feb 2024)
- Schweinehalter:innen produzieren ca. 80% der Futtermittel selbst auf ihren Feldern – das spart CO₂-Äquivalente

Österreichisches Schweinefleisch verursacht weniger CO₂ als der Durchschnitt der EU-Länder

Hintergrundinformationen
WOHER STAMMT DER CO₂-FUßABDRUCK VON SCHWEINEFLEISCH?
- Futtermittel
- Stall / Düngerlagerung
- Energie
- Transport + Schlachtung
EU-Vergleich:
Der CO₂-Fußabdruck von Österreich im Vergleich mit der EU ist geringer. Österreich verursacht weniger Emissionen durch Landnutzungsänderungen (ca. 80% betriebseigene Futtermittel) und weniger Lachgas-Emissionen in Folge von Mineraldünger-Einsatz. Energie hingegen verursacht in Österreich höhere Emissionen als im EU-Durchschnitt.
In Lettland verursachen Landnutzungsänderungen im eigenen Land für den Futtermittelanbau hohe Emissionen. In Irland stammen die niedrigen Emissionen von einem geringen Energieeinsatz für Stallgebäude usw. Die Studie von 2010 bietet immer noch den besten Vergleich für produktbezogene Emissionen verschiedener EU-Länder.
Achte nicht nur beim Einkauf auf österreichisches Schweinefleisch, sondern auch beim Restaurantbesuch. Hier ist der CO₂-Fußabdruck deutlich geringer im Vergleich zu Schweinefleisch aus dem Ausland.
Österreichisches Rindfleisch stößt im Vergleich zu importierter Ware weniger CO2-Äquivalente aus

Woraus setzt sich der CO2-Fußabdruck zusammen?
In den meisten Studien wird Rinderproduktion als Top-Erzeuger von Treibhausgasen angeführt. Das ist jedoch immer eine globale Betrachtung. In Österreich trägt 2022 die gesamte Landwirtschaft nur 11% zu den Emissionen von Treibhausgasen bei, Industrie zu 34% und Verkehr zu 28%.

Ein bewusster Einkauf von österreichischem Rindfleisch schont das Klima.
Hintergrundinformationen
Wie macht Österreich seine tierische Nutztierhaltung so klimafreundlich?
Die beeindruckenden Zahlen basieren auf durchdachten landwirtschaftlichen Konzepten. Denn die österreichische Landwirtschaft nutzt nicht nur fortschrittliche Technologien, sondern setzt gezielt auf lokale Ressourcen. Besonders bei der Wasserverfügbarkeit und Grünlandnutzung profitierst du von den günstigen Standortbedingungen deines Landes. Programme wie ÖPUL fördern aktiv umweltgerechte Bewirtschaftungsmethoden und helfen Landwirt:innen, nachhaltige Praktiken umzusetzen.
Ein Paradebeispiel für Österreichs Effizienz ist die Fleckvieh-Rinderhaltung. Diese Zweinutzungsrasse liefert sowohl hochwertige Milch als auch qualitativ hochwertiges Fleisch, wodurch die Emissionen pro Produkt deutlich sinken. Durch gezielte Zuchtprogramme und den weitgehenden Verzicht auf Regenwaldabholzung durch Soja-Import verbessert sich die Klimabilanz zusätzlich.
Gut zu wissen: Auch in der Schweinehaltung wird stark auf eine möglichst CO₂-verträgliche Futtermittelbeschaffung gesetzt. Denn Schweinehalter:innen produzieren ca. 80% der Futtermittel selbst auf ihren Feldern. Ein komplett geschlossener Kreislauf ist auf landwirtschaftlichen Betrieben jedoch nicht möglich, da einzelne Futtermittel und Dünger zugekauft und Schweinefleisch als Lebensmittel verkauft werden.
Als Konsument:in in Österreich erhältst du Zugang zu Lebensmitteln mit deutlich besserem CO₂-Fußabdruck. Wenn du beispielsweise österreichisches Rindfleisch wählst, verursachst du nur die Hälfte der Emissionen im Vergleich zum EU-Durchschnitt. Auch österreichisches Geflügelfleisch (2,9 kg CO₂/kg) und Eier (2,8 kg CO₂/kg) schneiden im Klimavergleich hervorragend ab.
Wie sieht die Zukunft der Proteinversorgung in Österreich aus?
Die österreichische Strategie zeigt, dass traditionelle Methoden und moderne Technologien erfolgreich kombiniert werden können. Der leicht sinkende Fleischkonsum bei gleichzeitig stabiler Milchnachfrage deutet auf eine ausgewogene Ernährungsentwicklung hin.
Die Balance zwischen tierischen und pflanzlichen Proteinen, gepaart mit effizienten Produktionsmethoden, macht Österreich zum Vorbild für eine klimaschonende Proteinversorgung in Europa und darüber hinaus.
- Nachhaltige Tierhaltung, 2024
- Leip et al. (2010) Evaluation of the Livestock Sector‘s Contribution to the EU Greenhouse Gas Emissions
(GGELS) – Final Report. - Ökosoziales Forum (2024) Proteine ohne Tiere?
- „Klimadashboard“, Bundesumweltamt, 2023
- Aktualisierte Bewertungen nach S. Hörtenhuber (2023), nach Daten von Leip et al. (2010), Weiss&Leip (2012) und Cederberg et al. (2009, 2011)



