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Haltungsformen Muttersauen & Ferkel

„Von der Geburt bis zur Aufzucht: Ein Blick auf die österreichischen Haltungsformen von Muttersauen und Ferkeln.“

Die Schweinehaltung umfasst verschiedene Betriebsarten, von denen die Ferkelerzeugung und die Schweinemast die Hauptbestandteile bilden. Im Mittelpunkt dieser Prozesse stehen die Muttersauen und ihre Ferkel. Muttersauen werden speziell gehalten, um Nachwuchs zu erzeugen – die Ferkel. Diese werden später in die Mast überführt und wachsen dort zu Mastschweinen heran.

In reinen Ferkelerzeugungsbetrieben werden Sauen gehalten, die etwa alle fünf bis sechs Monate Ferkel zur Welt bringen. Ein Wurf besteht in der Regel aus 10 bis 14 Ferkeln. Diese Ferkel bleiben zunächst bei der Mutter, bis sie mit etwa drei Monaten in die Mast überführt werden. Hier wachsen sie innerhalb von vier Monaten von einem Gewicht von 30 kg auf etwa 120 kg, bevor sie zur Schlachtung kommen.

In einigen Betrieben erfolgt sowohl die Ferkelerzeugung als auch die Mast unter einem Dach. Diese sogenannten kombinierten Betriebe halten Sauen und mästen die daraus resultierenden Ferkel selbst. Das ermöglicht eine durchgehende Kontrolle und Planung der gesamten Produktionskette.

Der Zyklus der Sauen: Von der Besamung bis zur Geburt

Der Lebenszyklus einer Muttersau beginnt mit der Besamung, die heutzutage oft künstlich erfolgt. Sauen werden dabei in Einzelhaltung fixiert, um Rangordnungskämpfen mit anderen Tieren vorzubeugen und die Trächtigkeit zu sichern. Die Besamung erfolgt in der Regel über einen Zeitraum von maximal 10 Tagen.

Nach der Besamung verbleibt die Sau für etwa 105 Tage im Wartestall, wo sie in Gruppen gehalten wird. In dieser Phase sind die Tiere, auch in konventioneller Haltungsform, häufig auf Stroh untergebracht, was ihre Lebensqualität verbessert. Nach der erfolgreichen Trächtigkeit erfolgt die Geburt der Ferkel in der Abferkelbucht, wo sie 3-5 Wochen bei der Mutter bleiben. Hier wird ein Kastenstand eingesetzt, um Ferkel vor dem Erdrücken durch die Sau zu schützen. Diese Fixierung wird nach 5 Tagen geöffnet, damit die Mutter mehr Bewegungsfreiheit erhält und bildet einen geschützten Bereich für die Ferkel.

Info: Der Neubau von Kastenständen ist bereits verboten – bis 2033 werden alle bestehenden Systeme umgebaut.

Freie Abferkelung auf Stroh

Neben den herkömmlichen Haltungsformen gibt es auch alternative Methoden. In sogenannten „freien Abferkelbuchten" haben die Sauen mehr Platz und können ohne Fixierung abferkeln. Geregelte Anforderungen für diese Haltungsform gibt es nur bei Bio-Schweine, in Tierwohl-Haltung werden Muttersauen aber ähnlich gehalten. Die Sau braucht eine großzügige Liegefläche und eigene Bereiche zum Fressen, Trinken und Koten. Die Ferkel benötigen einen warmen und vor der Sau geschützten Bereich. 

Diese Haltungsform ist jedoch kostenintensiver, da mehr Platz und ein höherer Arbeitsaufwand erforderlich sind.

Ferkelaufzucht: Die ersten Wochen des Lebens

Die ersten Lebenswochen der Ferkel sind entscheidend für ihre spätere Entwicklung. Nach der Geburt verbleiben die Ferkel in der Abferkelbucht bei ihrer Mutter, um von ihr die notwendige Biestmilch zu erhalten. Diese Milch ist besonders wichtig, da sie den Ferkeln Immunität und die nötigen Nährstoffe liefert. Während dieser Zeit steht den Ferkeln ein warmer, geschützter Bereich zur Verfügung, oft unterstützt durch Wärmelampen.

Nach etwa 3 bis 5 Wochen kommen die Ferkel in eine Aufzuchtbucht, wo sie in einem beheizten Stallgebäude weiterwachsen. Dort erhalten sie spezielles Futter, das auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Diese Aufzuchtphase dauert etwa zwei Monate, bevor die Ferkel in die Mast überführt werden.

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