
Rassenportrait – der Noriker
Der Noriker ist eine traditionsreiche österreichische Kaltblutpferderasse, die seit Jahrhunderten in den Alpenländern gezüchtet wird. Er verbindet Kraft und Ausdauer mit einem ausgeglichenen Temperament und einer bemerkenswerten Vielseitigkeit. Während Noriker früher vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt wurden, sind sie heute auch als Freizeit-, Reit- und Kutschpferde beliebt.¹
Eine Pferderasse mit Geschichte
Die Wurzeln des Norikers reichen rund 2.000 Jahre zurück. Der Überlieferung nach brachten die Römer schwere Kriegspferde in die Alpenregion. Durch die Vermischung mit den dort vorhandenen Pferdeschlägen entwickelte sich über Generationen eine robuste und leistungsfähige Pferderasse. Ihr Name geht auf die römische Provinz Noricum zurück.
Bis heute ist der Noriker eng mit der österreichischen Kultur, dem Brauchtum und der Tradition verbunden. Die Zucht blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits vor mehr als 400 Jahren wurde die Reinzucht zum wichtigen Grundsatz erklärt. Bis heute wird der Noriker ausschließlich in Reinzucht gezüchtet.¹
Gezielte Zucht mit hohen Ansprüchen
Die Norikerzucht baut auf einer breiten Zuchtpopulation mit mehr als 4.500 eingetragenen Zuchtstuten und rund 200 ausgewählten Deckhengsten auf. Im Laufe der Zeit haben sich fünf Hengstlinien etabliert: Vulkan, Nero, Diamant, Schaunitz und Elmar.
Bei der Auswahl der Zuchttiere spielen neben der Abstammung und dem äußeren Erscheinungsbild vor allem Charakter und Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle. Hengste müssen ihre Eigenschaften unter anderem bei einer 30-tägigen Leistungsprüfung auf einer Prüfstation unter Beweis stellen.¹
Gutmütig, leistungsbereit und vielseitig
Noriker zeichnen sich durch ihr ruhiges, ausgeglichenes Temperament, ihre Ausdauer und ihre Leistungsbereitschaft aus. Gleichzeitig gelten sie als menschenbezogen und überzeugen durch ihre Beweglichkeit und Wendigkeit.
Diese Eigenschaften machen sie zu vielseitigen Partnern für unterschiedliche Einsatzbereiche. Noriker werden vor Kutschen und Schlitten gespannt, in der klassischen Reiterei und im Westernreiten eingesetzt und finden zunehmend auch als Therapiepferde Verwendung.
Mit entsprechender Ausbildung und regelmäßigem Training können Noriker ihre Leistungsfähigkeit in unterschiedlichen Disziplinen zeigen. Ihr elastischer Rücken und ihre für ein Kaltblut bemerkenswerte Bewegungsfreude machen sie auch für die Freizeitreiterei interessant.¹
Farbenvielfalt und typische Merkmale
Eine Besonderheit des Norikers ist seine große Vielfalt an Fellfarben und Zeichnungen. Neben Rappen, Füchsen und Braunen gibt es auch Schimmel, Schecken, Mohrenköpfe und Tiger.
Noriker erreichen ein Stockmaß von etwa 155 bis 165 Zentimetern und ein Gewicht von rund 750 Kilogramm. Als Kaltblutpferde verfügen sie über einen kräftigen Körperbau, verbinden diesen jedoch mit Beweglichkeit und einer vielseitigen Verwendbarkeit.¹
Ein Stück österreichische Pferdekultur
Der Noriker steht für eine jahrhundertealte Zuchttradition in Österreich. Seine ursprüngliche Bedeutung als Arbeitspferd in der Landwirtschaft ist heute zwar geringer geworden, doch seine Eigenschaften machen ihn weiterhin zu einem geschätzten Partner für Freizeit, Sport und Brauchtum.¹
Das Österreichische Warmblut ist ein vielseitiges Reitpferd mit historischer Zucht in Stadl-Paura, das Tradition, Leistungsfähigkeit und modernen Reitsport vereint. Erfahre mehr darüber per Klick hier.
¹ Pferd Austria










