
Haltungsformen Mutterkühe
„Die Mutterkuhhaltung ist eine Form der Rinderhaltung, bei der Kühe gemeinsam mit ihren Kälbern gehalten werden und die Kälber von der Mutterkuh gesäugt werden.“¹˒²
Wie funktioniert Mutterkuhhaltung?
Bei der Mutterkuhhaltung bleiben die Kälber nach der Geburt bei den Kühen. Je nach Betrieb und Region verbringen Mutterkühe und Kälber einen Teil des Jahres auf Weiden oder Almen und werden während der Wintermonate überwiegend im Stall gehalten.¹˒²
Die Mutterkuhhaltung ist eine Form der Rinderhaltung, bei der die Kühe nicht für die Milchproduktion gemolken werden. Stattdessen bleibt das Kalb bei der Kuh und ernährt sich von deren Milch, bis es abgesetzt wird. In der Mutterkuhhaltung werden verschiedene Rassen eingesetzt, darunter Doppelnutzungs- und Fleischrassen sowie gefährdete Rassen.¹˒⁵
Nach der Geburt trinkt das Kalb die Milch direkt von der Kuh und beginnt bereits früh, Gras und anderes festes Futter aufzunehmen. Nach etwa 6 bis 9 Monaten wird es in der Regel abgesetzt und ernährt sich anschließend von festem Futter. Die Jungtiere können danach beispielsweise gemästet, als Einsteller verkauft oder für die weitere Zucht aufgezogen werden.¹˒²
Ziel der Mutterkuhhaltung ist damit nicht die Gewinnung von Milch für den Verkauf, sondern vor allem die Rindfleischerzeugung und Rinderzucht.¹˒²
Typischer Jahresverlauf in der Mutterkuhhaltung
Abkalbung:
Die Abkalbung kann je nach Betrieb und Produktionssystem zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden. In Österreich fällt ein größerer Anteil der Geburten in die kälteren Monate.³
Säugephase und Aufzucht:
Das Kalb bleibt bei der Mutterkuh und beginnt schon früh zusätzlich zur Milch Gras und anderes festes Futter aufzunehmen. Während dieser Zeit befinden sich die Tiere – abhängig von Region, Witterung und Betrieb – häufig auf Weiden oder Almen.¹˒²
Absetzen:
Nach etwa 6 bis 9 Monaten werden die Kälber von der Mutterkuh abgesetzt.¹˒²
Weiterverwendung:
Nach dem Absetzen können die Tiere beispielsweise als Jungrind geschlachtet, als Einsteller an einen Mastbetrieb verkauft oder – bei weiblichen Tieren – als Kalbin für die weitere Zucht aufgezogen werden.¹˒²
Ein Ziel vieler Mutterkuhbetriebe ist es, regelmäßig ein Kalb pro Kuh und Jahr aufzuziehen. Der genaue Produktionsrhythmus hängt vom jeweiligen Betrieb und Haltungssystem ab.¹˒²
Haltung und Management in Österreich
Die Mutterkuhhaltung in Österreich ist unter anderem geprägt von:
- Weidehaltung, häufig auf Grünland
- Nutzung von Grünlandflächen, die für den Ackerbau teilweise weniger geeignet sind
- unterschiedlichen Abkalbesystemen
- häufigem Einsatz eines Zuchtstieres in der Herde¹˒²˒⁵
Viele Betriebe sind:
- kleinstrukturiert
- familiengeführt
- in Berg- und benachteiligten Regionen angesiedelt
- teilweise im Nebenerwerb organisiert²˒³˒⁴
Ein typisches Merkmal der österreichischen Mutterkuhhaltung sind kleinere Herden. Laut den angeführten Daten werden durchschnittlich rund 9 Mutterkühe pro Betrieb gehalten.³
Typische Merkmale des Systems
- Das Kalb wächst bei der Mutterkuh auf.
- Grünland kann als Futterfläche genutzt werden.
- Im Vergleich zur Milchviehhaltung entfällt das regelmäßige Melken der Kühe.
- Die Tiere können je nach Betrieb während der Vegetationsperiode auf Weiden oder Almen gehalten werden.¹˒²
Dabei unterscheiden sich die konkreten Haltungsbedingungen von Betrieb zu Betrieb. Nicht jede Mutterkuhhaltung ist gleich aufgebaut.
Herausforderungen
Zu den Herausforderungen zählen unter anderem:
- die Wirtschaftlichkeit und Abhängigkeit vom Rindfleischmarkt
- die Anforderungen an Weide- und Herdenmanagement
- die Betreuung der Tiere während der Abkalbung
- der sichere Umgang mit Mutterkühen und Kälbern, insbesondere auf Weiden und Almen.²˒⁵˒⁸
Stallhaltung im Winter
Während der Stallperiode werden Mutterkühe beispielsweise in Lauf- oder Tiefstreuställen gehalten. Je nach Betrieb stehen Strohflächen, Fress- und Liegebereiche sowie weitere Einrichtungen wie Abkalbeboxen oder Kälberschlupfe zur Verfügung.¹˒²
Der Stall dient in vielen Betrieben vor allem als Winterunterbringung. Wie lange die Tiere im Stall gehalten werden, hängt unter anderem von Region, Witterung, Futtergrundlage und Betriebssystem ab.
Die Weidehaltung ist ein wichtiger Bestandteil vieler österreichischer Mutterkuhbetriebe:
- Frühling bis Herbst: je nach Betrieb Weidehaltung
- Sommer in Bergregionen: teilweise Almwirtschaft bzw. Sommerweide
- Winter: Stallhaltung mit Heu, Silage und anderem Grundfutter¹˒²˒⁵
In Bergregionen besteht häufig eine enge Verbindung zwischen Mutterkuhhaltung und Almwirtschaft. Eine angepasste Beweidung kann zur Nutzung und Offenhaltung von Grünland beitragen. Die konkrete Wirkung auf Landschaft und Biodiversität hängt jedoch unter anderem von Standort, Weidedauer, Besatzdichte und Bewirtschaftung ab.⁴˒⁵
Mutterkühe auf der Alm – Umgang und Mutterinstinkt,..
Viele Menschen verbinden eine Alm mit Erholung und Natur. Für Wandernde ist jedoch wichtig: Rinder auf der Weide oder Alm sind keine Streicheltiere. Besonders bei Mutterkühen mit Kälbern sollte ausreichend Abstand gehalten werden.⁸
Mutterkühe können ein ausgeprägtes Schutzverhalten gegenüber ihren Kälbern zeigen. Sie beobachten ihre Umgebung und können auf eine wahrgenommene Gefahr reagieren. Nähern sich Menschen oder Hunde dem Kalb, kann sich das Verhalten der Tiere verändern.⁸
Hunde können kritische Situationen auslösen
Hunde können von Rindern als potenzielle Bedrohung wahrgenommen werden und dadurch Abwehr- oder Schutzverhalten auslösen. Gleichzeitig können Rinder auf einen laufenden Hund reagieren oder ihm folgen. Dadurch können Situationen entstehen, die für Mensch, Hund und Tier gefährlich werden können.⁸
Deshalb gilt auf Weiden und Almen:
- Abstand zu Rindern halten
- Kälber nicht berühren oder füttern
- Mutterkühe und ihre Kälber nicht bedrängen
- Hunde unter Kontrolle halten und die vorgesehenen Wege beachten
- bei einer Begegnung ruhig bleiben und den Tieren ausreichend Raum lassen⁸
Rinder sollten generell nicht gefüttert oder als Streicheltiere behandelt werden. So wird vermieden, dass sich Tiere an den direkten Kontakt mit Wandernden gewöhnen.⁸
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¹ Rinderzucht Austria
² Grüner Bericht 2025
³ STATcube, Statistik Austria
⁴ BMLUK
⁵ Landwirtschaftskammer Österreich, Salzburg und Steiermark
⁶ AMA
⁷ Styria Beef
⁸ Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh: Almenland, BMLUK,




























